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Wolf-Dieter Holz  Impressum |

Einfach mal raus!

Fazit



Die Tour ist zu Ende. Und die Ziele nicht erreicht.


Ich bin insgesamt 312,1 km gefahren. Die Hälfte gegen den Strom, wobei rund 36 Liter Sprit verbraucht worden sind.


Eigentlich sollte es ja 1000 km durch die polnische Ebene gehen. Autark - ohne nachtanken, ohne Hotel irgendwo an der Strecke. Davon bin ich am Ende weit entfernt. Die Ursachen liegen eindeutig in der Strömungsgeschwindigkeit von Warthe und Netze. Die entsprechen in der Realität denen der Oder, waren in den bei der Planung benutzten 1:50k polnischen Militärkarten aber mit weniger als der Hälfte angegeben. Selbst schuld - ich habe das nicht nachgeprüft. In den polnischen 5.000-er Karten stehen die richtigen Strömungsgeschwindigkeiten.


Die Entscheidung, an der Netze umzukehren war im Rückblick völlig richtig. Ich habe hinterher zu Hause noch einmal genau gerechnet - es hätte nicht funktioniert. Die Tour ist autark so nicht machbar. Ich habe aber schon eine andere Möglichkeit erspäht.


Das Wetter war suboptimal und so, wie es für die Jahreszeit nicht zu erwarten war. Schon am Anfang habe ich jede Menge Wasser genommen. Und das Wetter war beharrlich, es hat bis zum Ende durchgehalten. Die Temperaturen schwankten um 10 °C, der Wind von 3 bis 7 aus Südwest. Sicher, auch das hat zur Umkehr beigetragen. Allein ursächlich war es aber nicht.


Die Ausrüstung hat sich bewährt und war im Rückblick richtig gewählt. Vielleicht sollte ich darüber nachdenken, beim nächsten Mal doch wieder einen Multifuel-Kocher statt des Gaskartuschenkochers mitzunehmen. Viel ändert sich damit aber nicht. Die Verpackung der Ausrüstung muß allerdings eine andere werden. Kleinere, flachere Kisten müssen her. Das werde ich bis zum Herbst erledigt haben. Hoffentlich.


Auch umgebaut werden muß die Plane zur Abdeckung. Sie ist gut, aber nicht das Optimum. Ihre Funktion sollte eigentlich ein Bugzelt übernehmen, was aber trotz rechtzeitiger Bestellung erst nach der Tour bei mir ankam. Es hätte auch nicht geholfen. Ein Probeaufbau ergab, daß dieses Zelt durch Luftschläuche in Form gehalten wird. Die schaffen es aber nicht, ganz im Gegenteil. Sie sind nicht mal richtig aufzublasen. Ich werde also den Sommer nutzen müssen und selbst etwas zusammenbasteln.


Als ich zu Hause ankam, hinkte ich schon deutlich. Das rechte Knie war erheblich angeschwollen, was dann zu Krankschreibung und Punktion führte. Bis zum Herbst werde ich also auch eine andere Sitzgelegenheit finden müssen

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Die Tour selbst war genial, auch wenn ich das Ziel nicht erreicht habe. Die Landschaft an Warthe und Netze ist allemal einen Besuch wert. Unberührte Natur, nie gesehene Fauna und Flora, freundliche Menschen, Ruhe und Einsamkeit. Hier fahre ich wieder!



Mein Dank gilt auch den Usern von Schlauchbootforum.com, die meine Reise mit Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft begleitet haben. Insbesondere Lorenz, der sich spontan bereiterklärt hat, bei auftretenden Schwierigkeiten zu helfen.