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Wolf-Dieter Holz  Impressum |

Einfach mal raus!

Allgemeines

Im Gegensatz zu unseren Flußwanderbeschreibungen gibt es für den Spreewald nur allgemein gehaltene Hinweisseiten sowie eine Tourbeschreibung. Wir aktualisieren das, wenn wir bei unseren Touren Veränderungen feststellen.

Bislang beschränken sich die Seiten auf den Oberspreewald. Dort liegen auch die meisten touristischen Ziele.


Kanäle:
Es stehen über 500 km Fließe und Kanäle zur Verfügung, von denen allerdings einige nicht befahren werden können bzw. dürfen.


In engen Fließen


Zeitdauer:
Man kann Wochen durch den Spreewald paddeln und hat noch immer nicht alles gesehen. Von daher ist der Spreewald geeignetes Ziel für Kurzausflüge und für einen längeren Urlaub.


Übernachtung:
Der Spreewald ist touristisch relativ gut ausgebaut, aber auch Biosphärenreservat mit unterschiedlichen Schutzstufen. Das hat natürlich Folgen für die Übernachtung - nicht nur positive. Eine oder zwei Nächte an unterschiedlichen Stellen im Zelt zu verbringen, ist so gut wie unmöglich und wird mit hohen Geldstrafen belegt. Erschwerend kommt hinzu, dass das System der unterschiedlichen Schutzstufen nicht so ganz durchsichtig ist. Dazu später mehr. Zeltplätze sind in der Saison brechend voll, sonstige Unterkünfte nicht unbedingt das, was man im Schnitt als sonderlich preisgünstig bezeichnen könnte. Ein Preisvergleich lohnt in jedem Fall!
Wer in der Saison einen mehrtägigen Paddelurlaub plant, sollte sich also rechtzeitig verbindlich anmelden. Übersichten gibt es unter http://www.spreewald-info.com Hier sind Links zu finden, über die direkt gebucht werden kann. Nicht alle Unterkünfte bieten einen direkten Zugang zum Wasser. Das ist schlecht wenn Sie paddeln wollen, denn Einsatzstellen für Ortsfremde sind absolute Mangelware! Und Parkplätze in der Nähe solcher Stellen gibt es gar keine...
Das heißt, in der Saison sieht es schlecht aus für denjenigen, der nur mal schnell am Samstag und Sonntag paddeln möchte und eine Bleibe am Wasser für eine Nacht sucht. Nicht verschwiegen werden soll allerdings, dass sich im Bereich fast aller Schleusen und an einigen anderen Stellen Reste von Lagerfeuern befinden, die auf kurzzeitiges Lagern deuten. Wie weit das üblich ist und geduldet wird, kann aus der Ferne nicht gesagt werden.


Lagerfeuerreste am Fließrand


Verpflegung:
Eigentlich ein Traum! Wo sonst gibt es ein Netz von Wirtshäusern direkt am Wasser, wo man auch mit dem Paddelboot anlegen kann?
Natürlich sind diese Gaststätten nicht in Hinblick auf den Individualpaddler angelegt. Haupteinnahmequelle sind die durch die bekannten Kahnfahrten herangebrachten Touristen. Daran orientieren sich in den meisten Fällen Öffnungszeiten und dummerweise auch die Preise. Eine Ausnahme bilden nach unseren bisherigen Erfahrungen hinsichtlich der Öffnungszeiten die Gaststätten in der Nähe von Ortschaften wie um Lehde und Lübbenau. Hier kann man auch noch nach 17:00 Uhr vorfahren und wird ein reichhaltiges Abendessen erhalten. Außerhalb der Saison sieht es natürlich schlecht aus und man sollte sich vorher erkundigen, um nicht vor verschlossenen Türen zu stehen.
Ein Hauptteil des Angebotes besteht aus typischen Gerichten aus der Region. Das ist nicht jedermanns Sache. Entweder man traut sich oder greift auf bewährte Dinge zurück - die es natürlich auch gibt.


Anforderungen:
Sehr gut geeignet auch für Anfänger. Hier kann man dank einer großen Dichte von Verleihstationen auch ohne eigenes Kajak oder Kanu ausprobieren, ob dieser Sport zu einem paßt. Es gibt so gut wie keinen motorisierten Verkehr, die Strömung ist meist gering bis gar nicht spürbar, die Wasserflächen überschaubar. Wegen des dichten Netzes der Kanäle und Gräben sollte man ein gutes Orientierungsvermögen mitbringen. Die meisten Verleiher bieten dazu entsprechende Beschreibungen und Kartenmaterial. Von daher also ideale Bedingungen.
ABER: Die meisten Verleihstationen liegen an den Routen, die auch von den Kahnfährleuten mit den Touristen befahren werden. Und die Kanäle sind teilweise sehr eng. Wer das erste Mal im Kajak sitzt, sollte zum Probieren die frühen Vormittagsstunden wählen. Man erspart sich so Kommentare nach dem Zusammenstoß mit einem Touristenboot…


Besondere Anmerkungen:


Einsatzstellen generell:
Wer meint, bei solcher touristischer Erschließung gibt es Einsatzstellen auch für den Individualtouristen in hinreichender Anzahl, der wird sich schwer enttäuscht sehen. Es gibt sie eben nicht, jedenfalls nicht um die touristisch erschlossenen Zentren. Und hat man eine gefunden, gibt es keinen Parkplatz für das Transport-KfZ in der Nähe.


Schleusen:
Schleusen sind meist Selbstbedienungsschleusen. Man muß also selbst Hand anlegen. Bitte beachten Sie hierzu die Hinweise auf der entsprechenden Seite. In der Saison belagern mitunter Schüler die Schleusen und übernehmen die Bedienung für Sie, um sich das Taschengeld aufzubessern. Von daher ist es immer gut, etwas Kleingeld griffbereit zu haben.


In der Schleuse


Angeln:
Angeln im Spreewald ist eine hochkomplexe Angelegenheit, zu deren rechtssicherer Ausübung man eigentlich studiert haben muß :-)
Wie überall in Deutschland braucht man erst einmal einen gültigen Fischereischein. Damit bekommt man für den Zentralteil des Spreewaldes bei manchen Kahnfährleuten und den unter http://www.spreewald-info.com genannten Stellen eine Angelberechtigung. Und eine Art Karte, die einem sagen soll, an welchem Kanal/Graben man gar nicht, nur von links oder rechts oder eben von überall aus angeln darf. Falls man sich diesbezüglich irrt, wird einem das die Wasserschutzpolizei (die strenge Kontrollen durchführt) schon kostenpflichtig sagen.
Einfacher haben es DAV-Mitglieder, die in Brandenburg organisiert sind. Teile des Nordumfluters sind DAV-Gewässer (C03-203). Hier bedarf es keiner besonderen, sonstigen Angelberechtigung.
Der Fischbestand ist mäßig bis gut. Man wird Unmengen Weißfische fangen, seltener Aale und Schleien. Im Spätherbst sind Quappenfänge möglich, auch von Zandern und natürlich Hechten wird berichtet. Barsche fallen in der Regel recht klein aus. In jüngster Zeit breiten sich Zwergwelse aus, was einen negativen Einfluss auf die Fischbestände hat.
Man sollte sich wegen der Strömung hauptsächlich auf Grundangelei mit kleinem Laufblei einstellen. Sonst artet es in Arbeit aus.


Atmosphäre:
Im Spreewald findet man alles: In der Saison Streß in touristisch genutzten Gebieten, aber auch Ruhe und Einsamkeit. Je nach persönlichen Interessen kann man die Touren legen.
Außerhalb der Saison ist es einsam und auch in den Dörfern ist Ruhe eingekehrt. Natürlich muß man dafür Abstriche bei den Verpflegungsmöglichkeiten hinnehmen. Aber verhungern wird man nicht :-)
Man nimmt Rücksicht auch auf den Individualpaddler. Beim Einsetzen, auf dem Wasser und nicht zuletzt auch, wenn mal auf dem Wasser ein Anfängerfehler gemacht wird. Würde es jetzt noch vernünftige Einsatzstellen mit Parkmöglichkeiten in der Nähe geben, wäre das Paddlerglück perfekt.